Fundiertes Fachwissen zu Neubautrocknung, Wasserschaden, Dämmschicht- und Infrarottrocknung – verständlich erklärt von unseren Experten.
Die Trocknungsdauer liegt bei einem Neubau bei ca. drei bis vier Wochen. Hierbei ist es abhängig von der während der Bauphase eingebrachten Feuchte, der Gesamtgröße des Objektes, der Temperatur und der Anzahl der eingesetzten Entfeuchtungsgeräte.
Oftmals stellt man die Frage: Wie viel kostet eigentlich die Neubautrocknung? Die Kosten für eine Trocknung sollten dabei aber nicht im Vordergrund stehen. Diese sind erheblich geringer als der Schaden, die viel zu hohen Energiekosten und die gesundheitlichen Probleme, welche durch einen feuchten Baukörper entstehen können.
„Früher kannte doch auch niemand einen Bautrockner!“ – Dieses Argument lässt sich schnell entkräften: In der Vergangenheit war Bauen ein langwieriger Prozess und dauerte Monate, wenn nicht Jahre. Der Baukörper hatte damals die Möglichkeit, über mehrere Winter trocken zu frieren.
Heute hingegen wird innerhalb weniger Wochen ein Haus errichtet und dann sofort genutzt. Der Baukörper hat in dieser kurzen Zeit nicht die Möglichkeit, die eingebrachte Feuchtigkeit auf natürlichem Weg abzugeben.
Lüften – theoretisch möglich, aber nur über einen sehr langen Zeitraum. Die Luftfeuchte im Außenbereich müsste durchgehend niedriger sein als im Neubau – in der Praxis nahezu unmöglich und würde Jahre dauern.
Heizen und Lüften – erwärmte Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, die dann per Stoßlüften abgeführt wird. Nachteile: hohe Energiekosten, ständige Überwachung nötig, und starke Feuchteschwankungen können den Baukörper schädigen.
Technische Bautrocknung – mit Kondenstrocknern bzw. Bautrocknern. Mit Abstand die effizienteste Methode: überschaubare Energiekosten im Verhältnis zum Nutzen, Trocknung in kürzester Zeit.
Ob Bodenplatte, Estrich oder Putz – alles wird mit Wasser angemischt. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus befinden sich nach der Fertigstellung ca. 1.500 bis 2.500 Liter überflüssige Restfeuchte. Da Gebäudehüllen heute immer dichter gebaut werden, kann diese Feuchtigkeit nicht mehr natürlich entweichen.
Ohne technische Trocknung drohen: bis zu 300 % höhere Heizkosten in den ersten Jahren, erhöhte Schimmelgefahr mit kostenintensiver Sanierung, sowie gesundheitliche Probleme wie Rheuma oder Gliederschmerzen.
Im Normalfall wird die Trocknung nach dem Verputzen der Wände und dem Einbringen des Estrichs durchgeführt. Dies sollte auf jeden Fall mit dem Estrichleger abgesprochen werden, da der Estrich bereits abgebunden sein muss – die Abbindedauer variiert je nach Estrichart.
Viel hilft nicht immer viel! Die Leistung und Anzahl der Entfeuchter muss auf den Baukörper abgestimmt sein. Bei einer zu hohen Trocknungsleistung kann eine Übertrocknung mit Rissbildung oder Schüsselung des Estrichs die Folge sein.
Je wärmer, desto besser, da die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Zu hoch darf sie aber auch nicht sein, sonst arbeiten die Geräte nicht mehr optimal. Eine Trocknungstemperatur von 18 °C bis 22 °C ist ideal.
Im besten Fall läuft bereits die Zentralheizung oder Fußbodenheizung. Andernfalls sorgen mobile Elektroheizer für die richtige Temperatur. Keinesfalls sollten öl- oder gasbefeuerte Heizer verwendet werden – bei der Verbrennung von einem Liter Öl/Gas entsteht ca. 1,6 Liter Wasserdampf, was der Trocknung entgegenwirkt.
Neben der Temperatur spielt auch die Luftzirkulation eine große Rolle. Ein Bautrockner in Kombination mit einem Ventilator trocknet ca. 30 % schneller.
Die Bautrocknung sollte nach der Abbindung des Estrichs und nach Verputzung der Wände begonnen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Idealerweise läuft bereits das Estrichaufheizprogramm. Eine Temperatur von mindestens 18 °C ist erforderlich, über 30 °C ist ungünstig. Öl- oder gasbefeuerte Heizer sind nicht geeignet, da sie Wasserdampf erzeugen.
Vor der Messung sollten alle Außentüren und Fenster geschlossen sein. Mit einem Thermohygrometer wird die Luftfeuchtigkeit gemessen – Ziel ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 % nach der Trocknung.
Gängige Bautrockner eignen sich für ca. 70–90 m². Bei 140 m² auf 2 Etagen sollte pro Etage mindestens ein Gerät stehen, ab 160 m² idealerweise 3–4 Bautrockner.
Zentral aufstellen mit mindestens 50 cm Abstand zur nächsten Wand. Nach dem Transport mindestens 1–2 Stunden stehen lassen, bevor sie in Betrieb genommen werden. Feuchteste Räume zuerst versorgen.
Umliegende Räume außerhalb der Reichweite des Bautrockners werden durch Radial- oder Axialgebläse mit umgewälzter Luft mitgetrocknet.
Jetzt heißt es, Geduld zu haben. Je nach Wassermenge, Innentemperatur und Geräteleistung dauert eine Bautrocknung in der Regel 2–4 Wochen.
Die Geräte ziehen kaum noch Wasser, keine feuchten Flecken mehr sichtbar. Eine Abschlussmessung bestätigt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 % – darüber besteht weiterhin Schimmelgefahr.
Der Wasserschaden ist ein unerwartetes und oft stressiges Ereignis, das schnellstmöglich behoben werden muss, um weitere Schäden zu vermeiden. Unser fachkundiger Betrieb ist spezialisiert auf die Beseitigung von Wasserschäden und die anschließende Trocknung.
Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung, damit die Abwicklung schneller und unkomplizierter verläuft. Wir messen dann die Materialfeuchte und dokumentieren diese als Ausgangswert für die Trocknung.
Ein wichtiger Bestandteil bei der Beseitigung von Wasserschäden sind Energiezähler. Sie erfassen den verbrauchten Strom der Trocknungsgeräte und sind notwendig, damit Ihre Versicherung die Stromkosten exakt begleichen kann.
Unser Team wählt das geeignete Trocknungsgerät anhand des Schadens aus. Diese Geräte sind ausschließlich professionell und für den 24-Stunden-Betrieb geeignet, um die Trocknungszeit so kurz wie möglich zu halten. Mindestens mit einer Trocknungszeit von 2 Wochen ist zu rechnen.
Sobald die Zielfeuchte erreicht ist, führen wir eine Abschlussmessung durch und dokumentieren den Stromverbrauch. Alle Kosten für die Wasserschadentrocknung können bei Ihrer Versicherung eingereicht werden.
Ein Betonboden ist oft zu uneben, um darauf einen Bodenbelag wie Parkett oder Fliesen zu verlegen. Um eine ebenmäßige Oberfläche zu erhalten, wird Estrich als Ausgleichsstoff aufgebracht. Dieser dient als Lastverteilungsschicht und ermöglicht die Verlegung von Wasser- und Heizungsleitungen sowie die Installation von Dämmstoffen wie mineralischen oder pflanzlichen Fasern, Polystyrol oder Polyurethan.
Die Dämmung unter dem Estrich sorgt für einen sogenannten „schwimmenden Estrich“, der nicht direkt auf dem Betonboden liegt. Im Falle eines Wasserschadens kann das ausgelaufene Wasser über die offenen Randstreifen in die Dämmschicht und den Betonboden versickern, wo es nicht natürlich austrocknen kann.
Ziel ist es, die durch einen Wasserschaden entstandene Feuchtigkeit aus der Dämmschicht effektiv und schnell zu entziehen. Am besten gelingt dies mit dem Unterdruckverfahren – in Deutschland die am weitesten verbreitete Methode, da eine Kontaminierung der Raumluft durch Schimmel- oder Bakteriensporen fast ausgeschlossen ist.
Über eine oder mehrere 50 mm Bohröffnungen in der Estrichplatte wird die Luft aus der Dämmschicht abgesaugt, während vorgetrocknete Raumluft über die Randfugen nachströmt. Die Feuchtluft wird per Abluftschlauch aus dem Gebäude geleitet oder optional mittels integrierter HEPA-Filter in den Raum zurückgeführt.
Das Unterdruckverfahren ist gemäß § 7 GefStoffV zwingend erforderlich, wenn ein konkreter Schimmelbefund vorliegt. In hygienesensiblen Bereichen wie Kindergärten, Krankenhäusern und Schulen ist das Überdruckverfahren generell verboten.
Die Trocknung von Mauern mit Infrarotstrahlen ist eine effiziente Methode, die Zeit und Kosten spart. Infrarotstrahlung ist unsichtbar, aber wir spüren die Wärme, die sie erzeugt – ähnlich wie bei einem Kachelofen erwärmt sich das Mauerwerk deutlich stärker als die Luft.
Durch die Erwärmung der Wandoberfläche trocknet das Mauerwerk ab: Feuchtigkeit wird über die Kapillaren an die Oberfläche geleitet und verdunstet. Das Verfahren funktioniert auch bei größeren Wandstärken. Feuchter Putz muss vor der Trocknung entfernt werden, um die Feuchte aus den Kapillaren zu lösen.
Im Vergleich zur konventionellen Trocknung bietet die Infrarottrocknung folgende Vorteile:
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